LaterPay für WordPress: Digitale Inhalte vermarkten mit Micropayment

laterpay

Es müssen nicht immer gleich E-Books oder ein zugehöriger Onlineshop sein, damit sich hochwertiger Content vermarkten lässt. Der Bezahldienst LaterPay will es Bloggern, Autoren und Onlinemagazinen so einfach wie möglich machen, digitale Inhalte einzeln zu verkaufen. Doch wie schafft man die notwendige Akzeptanz bei den Lesern? Ein Beitrag von LaterPay-Gründer Cosmin Ene.

„Fast 60 Prozent der Deutschen wollen nicht für Online-Nachrichtenangebote zahlen“, so lautet das Ergebnis einer Statista-Studie, die im Oktober 2014 durchgeführt wurde. Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass 40 Prozent durchaus bereit wären, für Onlinejournalismus in den virtuellen Geldbeutel zu greifen. Interessant ist dabei ein Blick auf die unterschiedlichen Altersgruppen: „Von den 20 bis 29 Jährigen würden 47 Prozent zumindest kleine Beträge bezahlen“. Fast jeder zweite Nutzer aus dieser jungen und netzaffinen Gruppe ist also prinzipiell bereit, für Online-Nachrichten Geld auszugeben.

Hinzu kommt, dass explizit nach der monatlichen Zahlungsbereitschaft gefragt wurde. Der Wert dürfte wohl noch höher liegen, wenn nach der Bereitschaft gefragt würde, ab und zu kleine Beiträge für Inhalte zu bezahlen – und nicht für ein monatliches Abo.

So günstig und unkompliziert sein wie ein Like bei Facebook

Doch trotz der signifikanten Zahlungsbereitschaft ist die tatsächliche Zahl der zahlenden User im Vergleich dazu vernichtend gering. „Bild Plus“, das Online-Abo der „Bild“-Zeitung, das wohl noch zu den erfolgreicheren Paid-Content-Angboten zählen dürfte, hat rund 240.000 zahlende Kunden – und das bei über 17,5 Millionen Unique Usern jeden Monat auf Bild.de.

Die Einbindung von LaterPay: Mit zwei Klicks zum Beitrag.
Die Einbindung von LaterPay: Mit zwei Klicks zum Beitrag.

Warum also die Diskrepanz zwischen Bereitschaft und dem tatsächlichen Zahlen? Aus unserer Sicht bieten die wenigsten Inhalteersteller überhaupt eine Zahlungsmöglichkeit an. Und falls doch, dann ist Bezahlen viel zu kompliziert: Stets müssen sich die Leser erst registrieren, dann ihre Bezahlinformationen hinterlegen und sich anmelden. Zudem möchten die meisten Anbieter ihre Nutzer noch in langfristige Abos zwängen. Das Bezahlen von Webinhalten sollte transparent, günstig und so unkompliziert sein wie ein Like bei Facebook. Außerdem sollte man auch nur das zahlen müssen, was man tatsächlich konsumiert.

LaterPay ist ein Micropayment-System, das es Anbietern von digitalem Content so einfach wie möglich machen möchte, ihre Inhalte zu monetarisieren, aber dabei stets fair und unkompliziert für den Konsumenten bleiben soll. Mit LaterPay können User ab 0,05 Euro Inhalte mit nur zwei Klicks kaufen, ohne sich anmelden oder registrieren zu müssen. Die gekauften Inhalte werden seitenübergreifend gesammelt. Erst bei einer Gesamtsumme von 5,00 Euro wird der User gebeten, seine Rechnung zu begleichen.

Integration in WordPress

Für Händler und Blogger, deren Webseiten auf dem CMS WordPress basieren, ist die Integration über das offizielle Plugin denkbar einfach: Es kann mit wenigen Klicks über den Plugin-Release-Channel von WordPress.org aufgespielt werden. (Im WordPress-Backend unter „Plugins“ danach suchen und es dann per Klick auf „Installieren“ aktivieren.) Alternativ ist das Plugin unter https://wordpress.org/plugins/laterpay/ verfügbar.

LaterPay lässt sich sofort im Anschluss testen. Ohne echte Buchungen durchzuführen, können Seitenbetreiber direkt ausprobieren, wie die Integration von LaterPay auf der eigenen Webseite und das Zusammenspiel mit dem WordPress-Theme aussehen. Es kann ein Standardpreis für Artikel festgelegt werden, oder ein Preis für einzelne Artikelkategorien. Natürlich lässt sich auch für jeden einzelnen Inhalt ein individueller Preis definieren.

Der Erfolg der Blogbeiträge lässt sich einzeln auswerten.
Wie gut kommt ein Blogbeitrag bei den Lesern an, wie oft wird er gekauft? Das kann einzeln ausgewertet werden.

Echte LaterPay-Käufe können erst getätigt werden, wenn im Plugin die Live-Zugangsdaten eingetragen werden. Diese werden von uns zugeteilt, wenn uns ein gültiger und unterschriebener Händlervertrag vorliegt. Das WordPress-Plugin ist übrigens nur eine Möglichkeit, LaterPay zu integrieren. Plugins für andere Systeme sind geplant. Der direkte Anschluss an unsere API ist ebenfalls möglich, was eine noch bessere Anpassung an die eigenen Bedürfnisse erlaubt.

Den richtigen Preis für Inhalte finden

Mit LaterPay können Inhalte ab 0,05 Euro bis 149,99 Euro verkauft werden. Bei Beträgen über der 5-Euro-Marke allerdings im Single-Sale-Verfahren, bei dem der User den Inhalt vor dem Kauf bezahlen muss. Zwischen 1,49 Euro und 5,00 Euro haben Händler die Wahl, ob sie ihre Inhalte im Single Sale oder im Pay-Per-Use-Verfahren anbeiten möchten. Unter 1,49 Euro ist nur Letzteres möglich.

Im Pay-per-Use liegt aber der Charme des Systems – ohne Anmeldung oder Registrierung Inhalte für kleine Centbeträge kaufen, aber erst später bezahlen müssen. Doch was ist ein Inhalt eigentlich wert? Paid-Content und Micropayments bei Web-Inhalten sind eine Neuheit, an die sich Händler und Nutzer erst gewöhnen müssen. Deswegen gibt es noch keine verlässlichen Statistiken darüber, welcher Preise für welche Inhalte angemessen ist. Auch belastbare Erkenntnisse darüber, wie sich Konversionsraten beim Abheben oder Absenken von Preisen entwicklen, müssen sich in den nächsten Jahren erst herausbilden.

Die dynamische Preisgestaltung von LaterPay: Für ältere Beiträge sinkt der Preis.
Die dynamische Preisgestaltung von LaterPay: Für ältere Beiträge sinkt der Preis.

Grundsätzlich gilt aber: Auch wenn es auf den ersten Blick verlockend erscheinen mag, Nutzer sofort und mit hohen Beträgen „zur Kasse zu bitten“ – Single Sales sollten sparsam eingesetzt werden, weil eine sofortige Zahlung manche Nutzer vielleicht abschrecken mag. Wir empfehlen daher insbesondere für kleinere Beträge, lieber auf Pay-per-Use zu setzen: Hier kann LaterPay seine Stärke voll ausspielen und den Nutzern das Kaufen so einfach wie nie zuvor machen. Je kleiner der Preis, desto geringer ist in den Augen der User das Risiko eines Fehlkaufs. Dementsprechend höher fällt die Bereitschaft aus, für Content zu bezahlen. Daher sollte man lieber nach dem Motto „Kleinvieh macht auch Mist“ verfahren und nicht auf einige wenige hochpreisige Verkäufe hoffen.

Hinweis: LaterPay wird den Lesern auch das letzte Risiko schon bald abnehmen: Händler können Nutzern dann eine Inhalte-Rückgabe anbieten. Darüber lassen sich Inhalte, mit denen sie unzufrieden waren, zurückzugeben.

Funktioniert das denn?

Ja. Der Journalist, Moderator und Blogger Richard Gutjahr war der erste, der LaterPay auf seinem Blog gutjahr.biz einsetzte. Nach einem halben Jahr machte er jüngst einen Kassensturz: „Seit der Premiere von LaterPay bei mir im Blog habe ich 12 Artikel verfasst, die ich entweder komplett (Pay Per Use) oder durch Einzelelemente (Free To Read) monetarisiert habe. Der Gesamterlös für diese 12 Artikel beträgt 1190,16 Euro. Im Schnitt also rund 99 Euro pro Blogpost.“ Einen Großteil dieser Einnahmen erziele Richard mit einem einzigen Artikel zum Apple-Event Anfang September. Das war sicherlich ein positiver Ausnahmefall, der außergewöhnlich viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat.

Richard Gutjahr berichtet regelmäßig über seine Erfahrungen mit LaterPay.
Richard Gutjahr berichtet regelmäßig über seine Erfahrungen mit LaterPay.

Doch auch ohne das Apple-Event zieht Richard ein positives Fazit: „Mit Micropayment lässt sich durchaus Geld verdienen. Die Besucher meiner Seiten haben offenbar kein Problem damit zu bezahlen, wenn man es ihnen einfach macht. Selbst an eher belanglosen Texten habe ich im Schnitt rund 30 Euro verdient. Mit einer durchschnittlichen Conversion Rate von 13,1 Prozent (ohne das Apple-Event, das sicherlich eine Ausnahme darstellte) liegt LaterPay weit über dem, was man mit Google Werbung erzielt.“

Obwohl LaterPay im Moment noch relativ unbekannt ist, und viele der User noch gar nicht die Chance hatten, die 5-Euro-Zahlungsmarke zu erreichen, zeigen diese Zahlen, dass im Micropayment Potenzial besteht. Und vielleicht lässt sich die zu Beginn erwähnte prinzipielle Zahlungsbereitschaft der Leser dann auch für bare Münzen nehmen – im wahrsten Sinne des Wortes.

Beispiele für die Umsetzung

Weitere Portale, die auf Paid Content via LaterPay setzen, finden sich hier:

Könnt ihr euch vorstellen, mit Paid Content auf dem Blog oder einem anderen Portal zu arbeiten? Was wären für euch die Voraussetzungen, damit ihr selbst für Blogbeiträge und sonstige Inhalte bezahlt? Wir sind gespannt auf eure Kommentare.

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Kommentare

10 Kommentare

  1. #1

    Wir haben schon Artikel über LaterPay bezahlt und die Option selbst paid content anzubieten, sehen wir grundsätzlich als sinnvolle Ergänzung. Besonders für einige unserer auf bestimmte Wissensgebiete und Themenbereiche spezialisierten Websites kommt LaterPay unseren Vorstellungen entgegen. Wie sehr, wird sich bei Durchsicht der AGB im Anschluß an diese Zeilen gleich zeigen. Da die Dienstleistung selbst auch nicht umsonst sein kann, ist eine weitergehende Entscheidung zu einem guten Teil auch von den Regelungen zu diesem Punkt abhängig – auf gut deutsch: es muß bezahlbar bleiben. Wovon wir allerdings ausgehen. Zweitwichtigstes Kriterium: Einrichtung und Feinabstimmung so unkompliziert wie überhaupt möglich und das Plugin bitte in deutscher Sprache!

  2. #2

    Durch LaterPay entstehen keinerlei Fixkosten: Registrierungs-, Setup- oder Grundgebühren gibt es bei uns nicht. Beim Einsatz fallen lediglich 15 Prozent Abwicklungsgebühren an, die bereits alle Kosten (z.B. Kreditkartengebühren) beinhalten. Diese Gebühren werden auch nur auf tatsächlich bezahlte Artikel fällig, also wenn User ihre Rechnung an LaterPay gezahlt haben, ziehen wir die Provision für unsere Dienstleistung ab und schütten 85 Prozent der Einnahmen an Händler aus.

    Wenn Ihre WordPress-Installation auf Deutsch eingestellt ist, ist das LaterPay-Plugin in deutscher Sprache.

    Zur Info: Ich arbeite als PR-Manager bei LaterPay. Konnte ich Ihre Fragen beantworten?

  3. #4

    Es findet ja eine permanente Verbindung zwischen einer Site und LaterPay statt,, sonst würde das Plugin ja nicht prüfen können, ob Besucher einen Beitrag vielleich schon gekauft/bezahlt hat. Wenn nicht, bekommt er eben den Teaser und eine Option zum Bezahlen vorgesetzt.

    Was ist denn, wenn die LaterPay Server mal nicht erreichbar sind? Bekommt man dann trotzdem noch die Inhalt der Site zu sehen, die das LaterPay System benutzt?

  4. #6

    Laterpay nutze ich seit vergangenem Jahr in meinem Online-Magazin. Sobald sich am Markt noch mehr ähnliche Anbieter tummeln, geht das Gerangel los und die Nutzer wissen nicht, wo sie sich eigentlich überall registrieren sollen. Für den Erfolg von Laterpay halte ich es deshalb für erforderlich, die Bedienung einfach und die Gebühr niedrig zu halten, viele Optionen für eine flexible Konfiguration anzubieten (was inzwischen geschehen ist) und an den Fehlern zu arbeiten. Das Plugin bedeutet auf jeden Fall auch eine Last für die eigene Installation und eine Gewöhnungsphase, wenn das Theme eine Menge Widgets usw. mitbringt. Diese werden zusätzlich im unteren (Laterpay)-Editorfenster eingespeist, anfangs etwas verwirrend.

    Es gab bereits vor vielen Jahten gute Paywall-Systeme im Ausland, die aber leider in Deutschland nicht rechtskonform sind.
    Und: Laterpay “kann auch MOSS”, im geschäftlichen Umfeld ist das wichtig.

    • #7

      @Ramona: Danke für das Feedback! Kann man denn sagen, für welche Art von Texten die Leser generell eher bereit sind, zu bezahlen? Oder ist das zu verschieden, so dass man es schlicht ausprobieren muss..

      • #8

        @Michael Jeder Blog widmet sich anderen Themen. Nischen sind hier gut dabei. Aber auch Kritisches, mit Negativem Besetztes zieht Leser an, weil sie oft wenig darüber anderswo vorfinden. Ich spreche hier aus Erfahrung mit einer Mitgliederseite. In jedem Fall muss der Beitrag einen Mehrwert haben. Leute, die ein gemeinsames Thema interessiert, reden miteinander darüber. Dafür überwinden sie auch mal die Bezahlschranke.

  5. #9

    Das ganze System lohnt sich doch ur für den gierigen Anbieter aller Laterpay!
    Was hier komplett weggelassen wurde ist einfach das bei einer Mindestvertragslaufzeit die Montaliche Gebühr 99€ beträgt, dann pro Überweisung noch mal 15%

    Das ist ein absoluter Witz!
    Und der einzigste der hier Geld verdient ist der Anbieter, Laterpay!
    Was will man denn da noch verdienen?

    Lächerlich solch ein Angebot und der Beitrag ließt sich wie von einem Laterpay Werbepartner!
    In diesem Sinne…
    Es gibt bessere Alternativen und Plugins für WordPress !

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  1. #LaterPay für #WordPress: Digitale Inhalte vermarkten mit #Micropayment | Milady Hat Träume zu Verkaufen

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