Was kostet ein WooCommerce Shop?

Wie hoch sind die Kosten für einen Onlineshop, auf der Basis von WooCommerce? Das Team von Codeable hat es analysiert. Hier unsere Ergänzungen für den deutschsprachigen Markt.

Die Berechnung des Codeable-Blogs – bei der auch Magento, Shopify und Squarespace betrachtet wurden – zeigt die Schwierigkeit eines solchen Vorhabens: Es lässt sich kaum seriös beantworten, wie viel die Einrichtung eines Onlineshops im Durchschnitt kostet. Denn die Kostenschätzung hängt von vielen Faktoren ab:

  • Wie umfangreich soll der Shop ausfallen?
  • Hat der Shopbesitzer technische Kenntnisse, um den größten Teil der Einrichtung selbst zu übernehmen?
  • Kann ein vorhandenes WooCommerce-Theme zum Einsatz kommen, oder soll es ein vollkommen eigenständiges Design sein?
  • Sind spezielle Anforderungen an den Shop, die über einen Standard-Bestellprozess hinausgehen, mit Plugins lösbar? Oder bedarf es einer Individualentwicklung?
  • Wer pflegt die Produkte ein? Sind passende Bilder, Texte, Produktinformationen etc. bereits vorhanden?
  • Berechnet der Shopbesitzer seine Arbeitszeit, oder baut er die Präsenz in seiner Freizeit auf?
  • In welchem Umfang benötigt man Ressourcen für die Vermarktung, die Shoptexte, das Content Marketing oder die Suchmaschinenoptimierung?
  • Ist die technische Infrastruktur bereits vorhanden, durch andere Projekte (Server, Domain, gegebenenfalls eingerichtete WordPress-Installation etc.)?

Codeable gibt die Einstiegskosten für WooCommerce mit etwas unter 1000 Dollar an, also rund 880 Euro. Diese Summe gilt jedoch nur, wenn du als Shopbetreiber vieles selbst erledigen kannst und auf vorgefertigte Lösungen setzt. Die Kosten für das Marketing oder die Geschäftsgründung selbst sind damit noch nicht abgedeckt.

WooCommerce ist mittlerweile das führende Onlineshop-System in Deutschland (Bild: © builtwith.com)
WooCommerce ist mittlerweile das führende Onlineshop-System in Deutschland (Bild: © builtwith.com)

Eine ähnliche Untersuchung der „CommerceGurus“ geht von einem deutlich höheren Kapitalaufwand aus, selbst für kleinere bis mittelgroße Webshops. Gerade, wenn du deine eigene Arbeitszeit (fairerweise) mit einberechnest, landet man demnach schnell im niedrigen fünfstelligen Bereich, bis der Shop komplett steht. Das mag sich für manche nach viel Geld anhören. Wenn man Geschäftsgründungen im Allgemeinen betrachtet, handelt es sich jedoch um eine recht geringe Investition.

Wer dies nicht glauben mag, dem sei unser eCommerce-Interview mit Buchautor Alexander Steireif empfohlen. Dazu passt sein Zitat:

Konnte man vor 5-6 Jahren noch mit einer simplen Shop-Lösung, ein paar Produkten und ein wenig Know-How enorm erfolgreich im E-Commerce agieren, so ist das heute leider nicht mehr möglich.

Tipp: Du bist WooCommerce-Neuling? Um einzuschätzen, welche technischen Kenntnisse zur Einrichtung notwendig sind, kannst du unsere Tutorial-Serie durchlesen. Oder du kaufst dir unser E-Book „WooCommerce verständlich“.

Welche Kostenfaktoren musst du berücksichtigen?

Hier eine Übersicht der kostenpflichtigen Anforderungen, die du mit einplanen solltest (WooCommerce selbst ist kostenlos erhältlich):

  • Pro-Theme inklusive Support (optional, es gibt auch freie Themes)
  • Gegebenenfalls kostenpflichtige Erweiterungen (beispielsweise für die Anbindung an Bezahldienstleister, ausgeklügelte Versand- und Steueroptionen, EU-konforme Steuerdarstellung oder erweitertes E-Mail-Marketing)
  • Provisionen für Versand- oder Bezahldienste wie Paypal, Sofort Überweisung etc. (optional)
  • Domain und Hosting
  • SSL Zertifikat
  • Dienstleister für die Installation und Ersteinrichtung
  • Kosten für die fortlaufende Wartung, Aktualisierung und Absicherung von WordPress & WooCommerce
  • Kosten für die Weiterentwicklung des Themes, etwa bei neuen Browser-Anforderungen
  • Webdesign (einmalig und fortlaufend)
  • Backup-Kosten
wissensbasis
Mit der Wissensbasis der WooExperten kannst du ebenfalls prüfen, ob du dir die Einrichtung von WooCommerce selbst zutraust

Abseits der reinen Technik kannst du folgende Ressourcen bzw. Kostenpunkte klären:

  • Erstellen der Produktbeschreibungen und Shop-Texte
  • Gegebenenfalls Lizenzkosten für Produktabbildungen, Beauftragung von Fotografen, Beschaffung von Warenmustern
  • Suchmaschinenoptimierung des Webshops
  • Internationalisierung (Übersetzen und Einpflegen der Informationen, optional)
  • Initiale und fortlaufende Onlinewerbung (Google AdWords etc.)
  • Provisionen für die Einstellung deiner Produkte auf anderen Marktplätzen (optional)
  • Einrichtung eines eigenen Partnerprogramms/Affiliate Marketing (optional)
  • Kosten für die Geschäftsgründung selbst, wie notwendige Kapitaleinlagen, Registereinträge, Aufbau Warenbestand, Steuerberater..

Im deutschsprachigen Raum – speziell in Deutschland – kommen aufgrund rechtlicher Reglementierungen noch einige weitere Kostenfaktoren hinzu. Dazu gleich mehr.

Wie sieht es mit dem laufenden Betrieb aus?

Die Kosten für die Pflege und Wartung deines Shops hängen hauptsächlich davon ab, wie oft deine Produkte aktualisiert werden müssen, wie die Produktpalette aussieht, und wer das generelle Anlegen der Produkte übernimmt. Wenn du den Shop lediglich als zusätzlichen Vertriebskanal nutzt, eine überschaubare Palette eigener Waren vertreibst, oder Produkte automatisiert aus anderen Systemen und Schnittstellen übernehmen kannst, ist der Aufwand hierfür vielleicht noch überschaubar. Dieses Interview aus der Praxis zeigt dir, dass man rein administrative Tätigkeiten jedoch keinesfalls unterschätzen sollte.

Tipp: Vielleicht kannst du damit beginnen, einen Teil deiner Produktpalette online zu vertreiben. Dann siehst du schnell, wie viel Zeit das Einpflegen und die Wartung benötigen. Entsprechend lässt sich der finale Zeitaufwand hochrechnen.

Chris Lema schätzt in einem lesenswerten Blogbeitrag auf WooThemes, dass man zwischen 3 und 10 Prozent der Shop-Einnahmen für den laufenden technischen Betrieb ansetzen sollte. Darin sind weder die Kosten für „Content“ und Marketing enthalten, noch für die personalaufwendigen Arbeiten wie Bestellorganisation, Warenhaltung, Versand oder die Bearbeitung von Retouren.

Zur Situation in Deutschland

Hierzulande kommen noch weitere Ausgaben auf Shopbesitzer zu, um die virtuelle Verkaufsbühne möglichst rechtssicher betreiben zu können, aber auch um das Marketing anzukurbeln:

  • Ein Plugin wie unser WooCommerce German Market. Dieses gestaltet unter anderem die Preisauszeichnung, den Bestellprozess oder die Versandkosten- und Steuerhinweise so, dass dein Shop den rechtlichen Bestimmungen in Deutschland und Österreich entspricht. Damit lässt sich die Gefahr einer Abmahnung verringern.
  • Gegebenenfalls der Abschluss einer erweiterten Versicherung für Onlineshops (neben den üblichen Haftpflichtversicherungen), die beispielsweise bei Hacker- und Datenschäden aushilft. Auch gegen Abmahnungen gibt es Policen, die in ihrer Wirkung jedoch umstritten sind.
  • Manche Shopbetreiber berichten, dass sich der Abschluss von Gütesiegeln positiv auf den Umsatz auswirkt. Doch auch diese wollen bezahlt werden. Siehe hierzu dieses Interview.

Abhängig von deiner technischen Erfahrung im Umgang mit WordPress bleibt es dir also nicht erspart, deine persönliche Kalkulation durchzuführen. Oder du startest mit einer Betaversion beziehungsweise einer reinen Demo-Installation, um ein Gespür für die administrativen Arbeiten zu bekommen. In diesem Fall ist auch eine Gründung „nebenbei“ möglich, wobei du die rechtlichen und steuerlichen Aspekte von Anfang an voll berücksichtigen solltest.

Du hast weitere Fragen? Oder wie hast du die Kosten für deinen Onlineshop geschätzt? Welche Erfahrungen hast du dabei gemacht? Wir freuen uns auf deinen Kommentar.

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Redakteur bei MarketPress. Blogger aus Leidenschaft, Corporate Blog & Content Marketing Trainer, Buchautor (u.a. "Blog Boosting"). Mit-Organisator des WP Camp Berlin.

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Kommentare

1 Kommentar

  1. #1

    Hallo Michael,
    ein sehr toller Post, muss ich sagen. Wir verwenden EDD ( Easy Digital Downloads) für unser Store, weil WordPress Plugins selber unsere Produkte sind! 😉 Die Kosten für die Erweiterungen von EDD sind viel weniger als die Kosten von WooCommerce. Aber ja, die Beliebtheit von WooCommerce bleibt immer, und ist zwar viel höher wegen der verfügbaren Plugins.

    Ich würde eine Frage stellen. Gibt es in Deutschland ein Mangel an die Auswahl von E-Commerce Plattform? Ich habe darüber so gedacht, weil es keine German Market Erweiterung für die andere Plugins gibt.Ich würde gerne von Ihnen darüber wissen.

    Herzliche Grüße
    Prajakta

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