WooCommerce 3.0: Neue Galerie für Produktbilder, mehr Geschwindigkeit und Update-Hinweise

Das Team von WooCommerce hat die Version 3.0 seines extrem erfolgreichen Onlineshop-Systems veröffentlicht. Das Release läuft unter dem Namen „Bionic Butterfly“. Wir sagen dir, was sich geändert hat, und was du beim Update beachten musst.

Über acht Monate Entwicklungszeit, vier Monate Betaphase, über 3000 Commits von 115 Entwicklern.. WooCommerce 3.0 hat es in sich. Das wurde unter anderem dadurch deutlich, dass der Start nicht ganz reibungsfrei verlief, und sich um zwei Wochen verzögerte.

Hinweis: Auch mit der finalen Version melden zahlreiche Benutzer Probleme und Bugs. WooCommerce hat deswegen bereits das erste Bugfix-Release 3.0.1 veröffentlicht. Unser WooCommerce-Plugin für den deutschsprachigen Markt German Market wurde mit beiden Versionen erfolgreich getestet und entsprechend aktualisiert.

Der große Versionssprung hin zur 3.0 (ursprünglich sollte es noch eine 2.7 geben) lässt bereits vermuten, dass die neue Version weitreichende Änderungen enthält. Endanwender und Shopbesitzer werden davon zunächst nur wenig bemerken. Viele Neuerungen wirken hauptsächlich im Hintergrund: Sie betreffen die systemtechnische Arbeitsweise von WooCommerce, was vor allem für Entwickler relevant ist. Diese müssen ihre Plugins und Themes auf den Prüfstand stellen, ob sie mit den neuen Prozessen in „Bionic Butterfly“ kompatibel sind.

Hier die wichtigsten Anpassungen für Shopbesitzer und Entwickler:

Neue Galerie für Produktbilder

Die neue Produktbild-Galerie ist die wohl wichtigste Auswirkung auf das Frontend von WooCommerce. Das Team von WooCommerce hat keinen Hehl daraus gemacht, dass die bisherige Darstellung von Produktfotos suboptimal und technisch veraltet ist (wir berichteten hier). Vor allem auf mobilen Endgeräten war die vorherige Lösung nur sehr eingeschränkt zu bedienen.

Mit der überarbeiteten Galeriefunktion hast du unter anderem folgende Möglichkeiten:

  • Die Bilder können nun mit einer Lupe („magnify“) untersucht und in einer Lightbox-Variante vergrößert werden
  • Das Fahren über bzw. das Klicken auf ein anderes Vorschaubild lässt dieses direkt im großen Hauptbild anzeigen
  • Auf mobilen Endgeräten werden Funktionen wie das „Wischen“ oder das Zoomen mit den Fingern voll unterstützt
  • Die responsive angezeigten Bildgrößen bzw. Seitenverhältnisse sind jetzt ebenfalls optimiert

Tipp: Wie sich die neue Galerie auf deinen Shop auswirkt, solltest du vor dem Update auf einem Testsystem überprüfen, falls noch Anpassungen notwendig werden. Das gilt generell für alle neue Funktionen, um zu sehen, ob WooCommerce 3.0 mit deinen sonstigen Plugins und deinem Theme kompatibel ist. Gegebenenfalls musst du auf Updates der anderen Plugin-Anbieter warten, bis du die 3.0 auch auf deinem Live-Shop aktualisierst.

Die Funktionsweise der neuen Galerie kannst du dir in diesem Video ansehen:

Mehr Geschwindigkeit

Vor allem mittlere und größere Onlineshops sollen von einer Reihe an Änderungen profitieren, die WooCommerce 3.0 schneller machen. Beispielsweise betrifft dies folgende Bereiche:

  • Das Handling der Produktsichtbarkeit, der „featured products“ sowie der nicht mehr vorrätigen Waren wurde optimiert und in Taxonomien ausgelagert
  • Upselling-Produkte und Ähnliche Produkte werden nun auf eine neue Weise selektiert, die weniger Datenbank-Abfragen mit sich bringt
  • Die Synchronisation variabler Produkte mit dem Eltern-Produkt ist jetzt schlanker gehalten
  • Ein einfacherer Produkt-Loop sorgt für mehr Geschwindigkeit auf der Produkt- und der Warenkorb-Seite

Eine komplette Liste der einzelnen Optimierungen findest du in diesem Beitrag.

Hinweis: Einzelne Nutzer berichten, dass ihr Onlineshop mit WooCommerce 3.0 zunächst einmal langsamer geworden ist. Das kann jedoch auch an Wechseleffekten mit Plugins liegen, die noch nicht auf „Bionic Butterfly“ optimiert sind. Zudem wird WooCommerce sicherlich weitere korrigierte Versionen 3.(0).x bzw. Bugfixes herausbringen, die diverse Fehler beheben.

CRUD Klassen

Die Einführung sogenannter CRUD-Klassen (Create, Read, Update, Delete) beschäftigt wohl ausschließlich die Entwickler, diese dafür umso mehr. Unter anderem Rückmeldungen zu Problemen mit den neuen Klassen sorgten dafür, dass WooCommerce 3.0 deutlich verspätet erschien.

Was machen diese Klassen nun? Sehr vereinfacht ausgedrückt wurde die Art und Weise, wie Dritt-Applikationen Daten von WooCommerce auslesen und in dessen Tabellen ablegen, auf einen einzigen Standard vereinfacht. Bislang gab es mehrere Wege, um solche read/write-Prozesse durchzuführen. Das war laut dem Team von WooCommerce nicht nur fehleranfällig, sondern auch umständlich.

With the CRUD classes added to WooCommerce 3.0, you can modify orders, products, customers, line items, shipping zones, payment tokens, and coupons with less code across a unified system.

, so fassen es die Entwickler von WooCommerce zusammen. Die Hauptvorteile aus diesem Ansatz sollen demnach sein:

  • Es ist klar definiert, auf welche Daten für welchen Anwendungsfall zugegriffen werden kann bzw. muss
  • WooCommerce hat damit mehr Kontrolle über den Datenstrom zu/von seiner Applikation, sorgt damit nach eigenen Worten aber auch für mehr Sicherheit
  • Entwickler müssen nun nur noch den Namen von Datenfeldern kennen, nicht mehr deren Typ oder sonstige interne Informationen
  • Daten können ähnlich wie bei custom tables verschoben werden, ohne existierenden Code zu beeinträchtigen
  • Weniger Quellcode soll für weniger Fehleranfälligkeit sorgen

Es wird sich zeigen, wie die Entwickler dieses neue System annehmen, und ob es sie in ihrer Freiheit für Drittapplikationen einschränkt. Manche dürften auch befürchten, dass die zunehmende Kontrolle für eine Art Blackbox sorgt.

Hinweis: Mehr zu den neuen CRUD-Klassen in WooCommerce – inklusiver einiger Anwendungsbeispiele und zusätzlicher Erläuterungen für die Entwicklerpraxis – kannst du hier nachlesen.

Sonstige Änderungen

Neben den größeren Anpassungen bringt „Bionic Butterfly“ auch zahlreiche kleinere Optimierungen mit sich:

  • Ein neues command line interface (CLI) basiert auf der REST API und restful, es soll einheitliche Standards gewährleisten und Entwicklungsfehler vermeiden (Details siehe hier)
  • Auch von der API gibt es eine überarbeitete Version, siehe die zugehörige Dokumentation
  • Steuersätze werden nun automatisch sortiert, was eine einfachere Handhabung beim Editieren gewährleisten soll
  • Nutzer, die bereits in einer Multisite-Installation existieren, können jetzt einfacher dem Shop hinzugefügt werden
  • Die Gutschein-Typen „Warenkorb Prozentrabatt“ und „Produkt Prozentrabatt“ wurden zu einer Methode zusammengelegt
  • Für Entwickler gibt es ein verbessertes logging-System, hier der entsprechende Blogbeitrag

Eine komplette Liste – inklusive geänderter Template-Dateien und heruntergestufter Funktionen – findest du im Woo Developer Blog.

Hinweise zum Update auf WooCommerce 3.0

Wie bereits im Abschnitt zur neuen Produktgalerie erläutert, sollte man den Backend-Hinweis von WooCommerce zum aktuellen Update durchaus ernst nehmen:

Das separate Testen auf einem eigenen Testsystem ist unablässig, bevor man den Live-Shop aktualisiert, denn nach einem größeren Update von WooCommerce kann es zu zahlreichen Konflikten mit deinen Plugins oder deinem Theme kommen. Recht einfach lässt sich ein solches System beispielsweise mit Plugins wie WP Staging umsetzen.

Hier einige zusätzliche Tipps für dich:

  • Nutze die Betaversionen und Release Candidates von WooCommerce, um schon rechtzeitig vor neuen Updates alles zu überprüfen. Zwar entdeckst du damit nicht alle Fehler, weil das eigentliche Release von den Vorab-Versionen abweicht, aber du senkst dein unternehmerisches Risiko enorm.
  • Um über Release Candidates und geplante Änderungen in WooCommerce auf dem Laufenden zu bleiben, abonniere unseren Blog (siehe unten) und lies regelmäßig den WooCommerce development blog.
  • Mache regelmäßig Backups von deiner Datenbank und von deinen Dateien. So kannst du schnell reagieren, falls ein Update doch einmal deinen Shop „zerschießt“. Wie du ein solches Update wieder zurückspielst, zeigt dir unser Tutorial WordPress Backup wiederherstellen.
  • Wenn alle Stricke reißen, kannst du bei GitHub auf ältere Versionen von WooCommerce zurückgreifen. Alternativ gibt es das Plugin WP Rollback.

Harald Frey hat in seinem Blog weitere Hinweise zusammengefasst, in welchen Fällen man ein Update von WooCommerce schnell einspielen sollte, und wann es sich zu warten lohnt. Wir wünschen dir viel Erfolg mit der 3.0.x!

Wie ist das Update bei dir verlaufen? Oder welche Fragen hast du? Nutze gerne die Kommentarfunktion. Du willst über neue Nachrichten, Anleitungen und Plugins zu WooCommerce informiert werden? Dann folge uns auf Twitter, Facebook oder über unseren Newsletter.

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Redakteur bei MarketPress. Blogger aus Leidenschaft, Corporate Blog & Content Marketing Trainer, Buchautor (u.a. "Blog Boosting"). Mit-Organisator des WP Camp Berlin.

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Kommentare

8 Kommentare

  1. #1
    Adrian Wackernah

    Ich hab mir WC 3 auf einer neuen Site aufgespielt, weil die eh noch nicht produktiv online ist. Und ja, es gibt noch einige Plugins, die da noch nicht mit spielen wollen. Warte mal auf Updates.

    Die Übersetzung von WC 3.0 ist noch sehr lückenhaft, was einem Liveshop sicher nicht zugute kommt. Also abwarten.

  2. #3

    Wir haben soeben German Market 3.2.3 für WooCommerce 3.0.1 veröffentlicht

  3. #4

    Zu den CRUD-Klassen siehe auch https://woocommerce.wordpress.com/2017/04/11/dev-chat-summary-april-11th/

  4. #5

    Hier noch ein Tutorial, wie sich die fehlenden Übersetzungen mittels Loco Translate fixen lassen: https://www.digital-workshop.at/woocommerce-3-0-mit-loco-translate-uebersetzen/

  5. #6

    Wenn deine Produktbilder/Galerie mit der Version 3.x nicht mehr korrekt dargestellt werden, hier einige Hinweise dazu: https://createandcode.com/broken-photo-gallery-and-lightbox-after-woocommerce-3-0-upgrade/

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