Personalisierte Kundenansprache und E-Mails mit WooCommerce

woocommerce automation

Je individueller deine Angebote für Interessenten und Kunden sind, umso mehr wirst du verkaufen. Wir zeigen dir einige spannende Ansätze zur segmentierten Kundenansprache in WooCommerce.

Wiederkehrenden Besuchern wird eine andere Aktion angezeigt, als Erstkunden? Gastbesteller erhalten einen Discount, wenn sie deinen Newsletter abonnieren? Du belohnst VIP-Kunden mit Sonderpreisen? Oder du informierst Bestandskunden über passende Produkt-Upgrades per E-Mail? Kunden in sogenannte Segmente einzuteilen – und diese dann mit speziellen Informationen zu versorgen – ist ein aufwendiger aber lohnenswerter Ansatz. Wir zeigen dir die vier Stufen des personalisierten Marketings.

Stufe 1: Daten, Daten, Daten

In der Datenbank von WooCommerce bzw. WordPress stecken unzählige Informationen über deine Kunden – Bestellverlauf, Produktinteressen, genutzte Gutscheine und vieles mehr. Mit Google Analytics und anderen Analysewerkzeugen lässt sich dieses Wissen noch vertiefen:

  • Interessieren sich neue Besucher für andere Informationen und Produkte, als Stammkunden?
  • An welcher Stelle und von welchen Besuchern werden Aktionen, Call-to-Actions und Gutscheincodes besonders intensiv genutzt?
  • Legen Apple-Nutzer im Durchschnitt mehr oder teurere Produkte in den Warenkorb, als Android-Nutzer?
  • Wie bewegen sich welche Segmente durch deinen Shop?
  • Wer nutzt welchen Newsletter? Wann steigen gegebenenfalls die Quoten zum Abbruch und zur Austragung?
  • Wo brechen Besucher in der mobilen Version besonders häufig ab und warum?

Nur wenn du deine Zielgruppen und deren unterschiedliche Vorlieben kennst, kannst du mit dem passenden Content reagieren. Und mit speziellen Produkt- bzw. Preisangeboten. Tools wie Metorik für WooCommerce helfen dir dabei, die Flut an Daten zu bändigen.

metorik segmente woocommerce

Mittels Metorik kannst du recht einfach Kundensegmente erstellen (Bild: © metorik.com)

Hinweis: Bei der Sammlung und Auswertung deiner Kundendaten musst du die diversen Richtlinien zum Datenschutz berücksichtigen. Diese werden stets komplexer – auch im Rahmen der neuen EU Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Du solltest dich an einen Fachanwalt wenden, welche der hier beschriebenen Szenarien für dein Geschäftsmodell in welchem Umfang erlaubt sind.

Mit Metorik kannst du deine Besucher und Kunden beispielsweise in folgende Segmente unterteilen:

  • Erstbesteller, Gastbesteller
  • Stammkunden
  • VIP Kunden mit hohem Bestellvolumen und/oder Umsatz
  • Abgebrochene Bestellungen
  • Kunden mit nur einer Bestellung, einem Produkt etc.
  • Interessenten für eine bestimmte Produktgruppe

Die gewonnenen Daten lassen sich anschließend exportieren, und in ein E-Mail-Tool wie MailChimp importieren. Von dort aus könntest du so zum Beispiel zielgerichtete Varianten deines Newsletters versenden.

Stufe 2: Individuelle E-Mails

WooCommerce stellt hierfür ein eigenes Plugin MailChimp for WooCommerce bereit. Ähnliche Erweiterungen gibt es auch für andere E-Mail-Suiten. Mit diesem Werkzeug kannst du nun – basierend auf den zuvor gewonnenen Daten bzw. Segmenten – dein Marketing automatisieren:

  • Weise deine Kunden auf spezielle Angebote hin, abhängig von den Waren, die sie bislang bereits erworben haben
  • Verschicke passende Gutscheincodes für das Up- und Cross-Selling
  • Ergänze den Content in deinem Newsletter um Produkte, die zur aktuellen Situation der Zielgruppe/des Segments passen
  • Erinnere Besucher an Warenkörbe bzw. Einkäufe, die sie nicht abgeschlossen haben
  • Gewinne unter Umständen Interessenten zurück, die den Kauf abgebrochen haben

Die letzten beiden Punkte sind äußerst spannend, nach der Rechtslage in Deutschland, Österreich und der Schweiz jedoch nur sehr begrenzt zu realisieren. Schließlich benötigst du in der Regel das ausdrückliche Einverständnis deiner Besucher, dass du sie anschreiben darfst.

Tipp: Auch hier solltest du dich an einen Fachanwalt wenden. Denn die Bestimmungen können je nach Branche und Art deiner Produkte voneinander abweichen. Einen guten ersten Überblick liefert dieser Beitrag von Rechtsanwalt Dr. Thomas Schwenke.

In einem Leitfaden erklären die Entwickler von MailChimp sehr gut, wie die sogenannte Marketing Automation in der Praxis funktioniert. Die geschilderten Verfahren lassen sich dabei auch auf andere E-Mail-Lösungen adaptieren. Oder du schaust dir zum Einstieg dieses Video an:

Stufe 3: Intelligente Content-Zusteuerung

Die meisten Shopbesitzer hören nach der Stufe zwei bereits auf. Dabei gibt es noch ein weiteres Instrument, das deine Umsätze deutlich ankurbeln kann: Die zielgerichtete Aussteuerung, welche Besucher in deinem Shop welchen Content zu sehen bekommen. Hier ein paar beispielhafte Szenarien, um dir diese Möglichkeit zu verdeutlichen:

  • Erstbesucher erhalten in der Sidebar oder in Content-Boxen andere Angebote und interne Werbeflächen, als Stammkunden.
  • Wenn ein bestimmtes Produkt im Warenkorb liegt, wird deinen Kunden passendes Zubehör angeboten, oder ein vergünstigtes Bundle.
  • Wenn eingeloggte Besucher deinen Newsletter bereits abonniert haben, zeigst du ihnen nicht mehr die zugehörige Abo-Box. Sondern stattdessen einen Link zu Facebook, Twitter oder zu einem anderen Kanal, den du stärken möchtest.
  • Bei erklärungsbedürftigen Produkten: Wir der Kauf nicht abgeschlossen, blendest du passende Video-Tutorials oder eine Chatbox für den Support an.

Mittels A/B-Tests bekommst du jeweils heraus, welches Element auf welcher Seite und für welches Segment am besten konvertiert, also am besten auf deine Umsätze einzahlt.

Es gibt zahlreiche kostenfreie Plugins für WordPress, mit denen du Content intelligent zusteuern kannst. Hier eine kleine Auswahl:

  • User Specific Content blendet WordPress Seiten, Beiträge oder Content-Blöcke nur für einzelne Nutzer oder Nutzer-Rollen ein
  • What Would Seth Godin Do nutzt Cookies, um zwischen neuen und wiederkehrenden Besuchern zu unterscheiden, und für diese ein Angebot einzublenden
  • Widget Logic und Custom Sidebars bieten zahlreiche Optionen, um Content nach allen möglichen Bedingungen und Regeln auszuspielen
  • Einige Membership Plugins bieten ähnliche Lösungswege, siehe dieses Video-Tutorial von Chris Lema

Kläre vorab, ob diese Lösungen mit deinen Datenschutzbedingungen vereinbar bzw. rechtlich zulässig sind. Das gilt vor allem für alle Tools, die auf Cookies und ähnliche Mechanismen der Nutzererkennung setzen. Hier ein Demo-Video der beliebten Lösung „Custom Sidebars“:

Stufe 4: Rollenbasierte Preise

Du kannst deine Besucher und Kunden auch zusätzlich belohnen und segmentiert ansprechen, mit rollenbasierten Preisen. Mit unserem Plugin Role Based Prices für WooCommerce legst du einzelne Kundengruppen an, und weist diesen spezielle Aktionspreise zu. Beispielsweise für Stammkunden, Mitglieder, Mitarbeiter, Abonnenten, Kooperations- und Vertriebspartner, Lieferanten, Großhändler, Gewerbetreibende, Senioren, Studierende oder beliebige sonstige Gruppen.

Role Based Prices: Ordne deinen Kunden individuellen Rollen zu, für Sonderpreise und mehr.

Belohne einzelne Rollen oder alle deine Kunden mit Staffelpreisen und globalen Rabatten. Oder lasse bestimmte Produkte nur für festgelegte Rollen anzeigen, womit du den Verkauf exklusiv einschränken kannst – beispielsweise für VIP-Kunden oder Abonnenten. Biete kostenfreie Produkte für einzelne Gruppen an. Mit Role Based Prices für WooCommerce bieten sich dir unendlich viele Möglichkeiten, dein Marketing individuell zu gestalten. Weitere Informationen zum Funktionsumfang findest du hier.

Tipp: Du hast spezielle Anforderungen an Role Based Prices, die über die hier genannten Funktionen hinausgehen? Kommentiere deinen Wunsch hier in den Kommentaren. Die besten Feature-Ideen setzen wir nach und nach um, auch für den Bereich B2B-Marketing.

Weitere Tipps und Hinweise zur Marketing Automation mit WooCommerce liefern dir die folgenden Beiträge:

Du hast Fragen zu unserem Beitrag? Stelle diese gerne in den Kommentaren. Du willst über zukünftige Tipps und Tutorials zu WooCommerce informiert werden? Dann folge uns auf Twitter, Facebook oder über unseren Newsletter.

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Michael Firnkes

Redakteur bei MarketPress. Blogger aus Leidenschaft, Corporate Blog & Content Marketing Trainer, Buchautor (u.a. "Blog Boosting"). Mit-Organisator des WP Camp Berlin.

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